„FDP-Mann Anastasiadis macht vorgezogenen Wahlkampf!“

„FDP-Mann Anastasiadis macht vorgezogenen Wahlkampf!“

Frank Hamann, Vorsitzender der Flensburger Linksfraktion antwortet hier auf einen (nahezu ganzseitigen!) Artikel des Flensburger Tageblatts, in dem der FDP-Fraktionsvorsitzende und Bundestagskandidat Chr. Anastasiadis die Stadtverwaltung und namentlich die Oberbürgermeisterin der „Misswirtschaft“ wegen zu hoher Schulden bezichtigt, den Nachtragshaushalt als nicht genehmigungsfähig ansieht und gegen den Personalaufwand der Stadt schießt:

Eigentlich wollte ich mich in den Bundestagswahlkampf nicht einmischen. Aber wenn dann die „Böcke“ auf einer ganzen Zeitungsseite in der kommunalen Selbstverwaltung „herumgärtnern“, kann ich das nicht unkommentiert lassen!

Christoph Anastasiadis, Bundestagskandidat der FDP, wirft der Flensburger Verwaltung „Misswirtschaft“ vor und fügt doch tatsächlich hinzu: „Wirtschaftliches Denken und Handeln ist für die Verwaltung in der Verantwortung von OB Simone Lange ein absolutes Fremdwort!“ – Das empfinde ich als ungerechtfertigt, um nicht zu sagen: unverschämt! Die Liste der „Leuchtturmprojekte“, die auch von der FDP durchgewunken wurden und die Stadt Millionen kosten, würde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen. Dafür kann die Verwaltung gar nichts!

Im Übrigen stammt der Wirtschaftsminister Buchholz von der FDP. Vielleicht sollte der Lokalkandidat zuerst mal seine Direktkontakte nutzen und den Minister dazu bewegen, Flensburg nicht ständig Steine in der Entwicklung in den Weg zu legen. Als Beispiele seien hier nur die FAG-Mittel, der Hafen Ost und der enorm gestiegene Verwaltungsaufwand durch Verordnungen des Wirtschaftsministeriums erwähnt.

Der wiederholte Angriff auf Oberbürgermeisterin Lange ist getrost als vorgezogener Wahlkampf abzuhaken. Schließlich spekuliert die FDP doch tatsächlich darauf, den Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Dr. Fabian Geier (ausgerechnet!) als OB-Kandidaten aufzustellen.

Und die Verwaltung frontal für gestiegene Personalkosten anzugreifen, schlägt dem Fass den Boden aus! Erstens arbeiten in der Verwaltung Menschen, die nicht nur nach meiner Wahrnehmung gerade in den letzten Jahren hervorragende und „weit über das zu erwartende Maß hinaus“ hingebungsvolle Arbeit leisten. Würde Herr Anastasiadis öfters mit der Verwaltung sprechen, wüsste er das. Ich bin mir sicher, dass Herr Anastasiadis bei der selben Arbeitsbelastung und der leider zu niedrigen Entlohnung schon längst den Job geschmissen hätte.

Zweitens weiß auch Herr Anastasiadis, dass wir seit Jahren dringend benötigte und genehmigte Stellen nicht besetzen können, da die klamme Stadt leider im Vergleich mit anderen nur unattraktive Löhne ausloben kann. So verteilt sich die immer weiter zunehmende Arbeit auf zu wenige Schultern.

Und drittens ist es gerade auch die FDP, die immer wieder herummault, wenn Projekte nicht so schnell abgearbeitet werden, wie sich mancher Kommunalträumer sich das ausmalt. Gleichzeitig versagt die FDP in schöner Regelmäßigkeit den „Personalangelegenheiten-Vorlagen“ die Zustimmung.

Schließlich gehört die FDP auch noch zu den Fraktionen, die fortlaufend erheblichen und unnötigen Mehraufwand erzeugt, weil sie zehn- bis fünfzehnpünktige schriftliche Anfragen stellt, die inhaltlich mit einem simplen Anruf bei der Sachbearbeiterin oder dem simplen Aufpassen in den Sitzungen und dem aufmerksamen Lesen von Vorlagen und Mitteilungen bzw. der zuverlässigen Teilnahme an an Informationsgesprächen, die die Verwaltung freiwillig und ständig anbietet, obsolet wären.

Gefällt Ihnen dieser Schreibstil? Nein, mir auch nicht! Aber vielleicht merken Sie mal was, wenn Sie Ihre eigene Medizin zu schlucken kriegen! Konzentrieren Sie sich bitte auf Sachinhalte und unterlassen Sie den Versuch, durch ungerechtfertigte Anschuldigungen Unschuldiger „Punkte“ machen zu wollen…